Warum Wissenschaft die wach­sen­den Krisen nicht lösen kann

Rationale Verhaltenskontrolle

Was nicht “wissenschaftlich” ist, gilt als “unwissenschaftlich”, was soviel bedeutet wie irreführend, lächerlich und dumm. Die Wissenschaft sieht sich selbst als einzig legitimes Erkenntnisprinzip oder auch als einzig gültige Wahrheitsinstanz.

Dem steht der offensichtliche Widerspruch entgegen, dass sich immer mehr existenzielle Krisen entwickeln und zahlreiche Probleme nicht lösbar sind. Aus wissenschaftlicher Sicht erklärt sich dieser Widerspruch dadurch, dass Menschen unwillig oder unfähig sind, die Erkenntnisse der Wissenschaft umzusetzen.

All die Probleme und Krisen könnten gelöst werden, wenn der Mensch die Erkenntnisse der Wissenschaft nur endlich mal richtig umsetzen würde.

Das ist eine der grundlegenden Illusionen, mit denen der Verstand die Begrenztheit seiner Arbeitsweise vor sich selbst verbirgt. Der Verstand hat die (nahezu) vollständige Kontrolle über das elementare Verhalten der Materie, aber er will nicht wahrhaben, dass er keine vollständige Kontrolle über das eigene Verhalten hat.

Wissenschaft setzt voraus, dass das Verhalten des Menschen vollständig rational kontrollierbar ist. Sie sieht den Menschen als rational gesteuerten Körper.

wissenschaftliches_Weltbild
Wissenschaft betrachtet immer nur das, was vor ihrer Nase ist, aber sie betrachtet nie sich selbst, während sie die umgebende Welt untersucht und ihre Erkenntnisse anwendet. Das wissenschaftliche Weltbild schließt den Prozess der Anwendung seiner Erkenntnisse nicht mit ein. Wissenschaft untersucht die Gesetzmäßigkeiten im Verhalten der Materie und geht dann vollkommen selbstverständlich davon aus, dass diese Erkenntnisse auch umgesetzt werden. Werden die Erkenntnisse der Wissenschaft nicht umgesetzt, wird das als eine Art psychische Fehlfunktion angesehen.

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