Leben
Rationale Illusionen basieren darauf, dass der Verstand mit seinem Modell bestimmte Bereiche der Realität meidet, indem er bestimmte Fragen nicht stellt. Er meidet genau die Bereiche der Realität, durch welche die Widersprüche in seinem vereinfachten Weltbild offensichtlich würden.
Das rationale Modell des Verstandes entsteht durch Teilen und Verbinden:
- Elemente der Wahrnehmung unterscheiden
- zwischen den Elementen Zusammenhänge herstellen
In der Quintessenz basieren rationale Illusionen darauf, dass bestimmte Unterscheidungen vom Verstand nicht getroffen werden, die in der Realität aber eine tragende Rolle spielen. Konkret betrifft das Unterscheidungen in Bezug auf das Verhalten der Lebewesen.
Das erscheint zunächst wie ein Widerspruch:
- Der Körper eines Lebewesens besteht aus Materie.
- Materie als solche bewegt sich nie von selbst, sondern nur durch die Einwirkung äußerer Kräfte.
- Lebewesen können ihren materiellen Körper jedoch aus sich selbst heraus bewegen.
Oberflächlich betrachtet könnte man annehmen, das sei die Energie aus der Nahrung. Und natürlich liefert die Energie aus der Nahrung auch den “Treibstoff” für die Muskeln. Aber die Energie aus der Nahrung bestimmt nicht das Verhalten an sich. Man kann sich zum Beispiel vorstellen, wie man völlig entspannt auf einer Couch liegt. Der Körper ist von inneren Prozessen wie Herzschlag und Atmung abgesehen in völliger Ruhe. Dann steht man plötzlich auf und läuft los. Wie kann das sein? Was versetzt den Körper in Bewegung? Was gibt dem Körper den Impuls aufzustehen? Auch ein Auto fährt ja nicht einfach von A nach B, nur weil sein Tank voll ist. Es fährt erst, wenn sich ein Mensch in das Auto setzt und es steuert. Also was sitzt im Körper der Lebewesen und lenkt das Verhalten? Der Verstand ist es nicht, denn Lebewesen haben sich schon Milliarden von Jahre lang selbst-getrieben bewegt, bevor der Verstand sich entwickelte.