Warum Wissenschaft die wach­sen­den Krisen nicht lösen kann

Komplexität

Weil der Mensch durch die Kenntnis der Naturgesetze eine (nahezu) vollständige Kontrolle über das Verhalten der Einzelelemente hat, ist er in der Lage, Systeme zu bauen, deren Verhalten als Ganzes auch wiederum (nahezu) vollständig gesetzmäßig ist. Allerdings gibt es kein vollständig gesetzmäßiges Verhalten (Quantentheorie). Absolut jedes gesetzmäßige Verhalten hat auch einen nicht-gesetzmäßigen und damit für den Verstand unkontrollierbaren Verhaltensanteil.

Bei den Naturgesetzen ist der nicht-gesetzmäßige Verhaltensanteil so klein, dass er für die meisten praktischen Anwendungen vernachlässigt werden kann. In einem System summieren sich jedoch die nicht-gesetzmäßigen Verhaltensanteile seiner Elemente. Wenn sich nur ein einziges Element des Systems nicht gesetzmäßig verhält, dann verhält sich auch das System als Ganzes nicht mehr gesetzmäßig. Genaugenommen summieren sie sich nicht ganz, weil es für den Effekt keine Rolle spielt, ob sich nur ein Element nicht-gesetzmäßig verhält oder gleich zwei, drei oder noch mehr. An der grundsätzlichen Tendenz ändert das aber nichts:

Je mehr Elemente ein System hat, umso unkontrollierbarer wird es für den rationalen Verstand, weil der nicht-gesetzmäßige Verhaltensanteil immer größer und der gesetzmäßige Verhaltensanteil immer kleiner wird.

Das begrenzt die Komplexität von Technologie, denn dem Verstand nützen nur solche Systeme etwas, die sich möglichst vollständig gesetzmäßig verhalten. Wenn man in eine Kaffeemaschine Kaffeepulver und Wasser hineinfüllt und dann den Einschalter betätigt (Bedingung), sollte möglichst immer Kaffee dabei herauskommen (Konsequenz).

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