Warum Wissenschaft die wach­sen­den Krisen nicht lösen kann

Entwicklung

Der Verstand sieht sich selbst als die einzige Instanz an, die Entwicklung gezielt hervorbringen kann. Entwicklung, die offensichtlich ohne seine Beteiligung stattfindet, betrachtet er als zufällig, z.B. die angeblich zufälligen genetischen Mutationen, auf denen die Evolution basiert. Aus rationaler Sicht ist es ungefähr so:

  1. Der Mensch entwickelt sich rasant und zielgerichtet, weil er einen Verstand hat.
  2. Vor der Entwicklung des Verstandes geschah Entwicklung durch eine Mischung aus Zufall und Gesetzmäßigkeiten, zum Beispiel die Evolution der Lebewesen.

Es handelt sich hierbei um eine totale Verdrehung der Realität und ein absolutes Meisterstück unbewusst hervorgebrachter rationaler Illusionen. Man könnte es mit einigem Recht sogar als den zentralen Kern rationaler Illusionen betrachten:

  • Weder geht Entwicklung vom Verstand aus,
  • noch ist Entwicklung zufällig möglich.

Der Verstand hat weder verstanden, WAS Entwicklung ist, noch WIE sie funktioniert. Dadurch ist ein großer Teil menschlichen Entwicklungspotentials blockiert und was an Entwicklung tatsächlich stattfindet, läuft äußerst ineffizient ab.

Was ist Entwicklung?

Im letzten Kapitel ging es darum, wie das Bewusstsein den Körper in Bewegung setzt:

  1. Das Bewusstsein projiziert die Wahrnehmung der Gegenwart in die Zukunft.
  2. Von einigen dieser Zukunftsprojektionen (Vorstellungen) fühlt es sich besonders angezogen und schenkt Ihnen seine Aufmerksamkeit.
  3. Die Aufmerksamkeit des Bewusstseins lenkt Energie in Richtung dessen, was in ihrem Fokus ist. Auf diese Weise steuert das Bewusstsein auch den eigenen Körper.

Wenn also die Aufmerksamkeit des Bewusstseins den Körper vom Wohnzimmer in die Küche an den Kühlschrank lenkt, um Hunger zu stillen - ist das bereits Entwicklung? Man könnte ja sagen: “Erst war der Körper im Wohnzimmer und jetzt ist er in der Küche. Es hat also eine Entwicklung stattgefunden.” Ja, umgangssprachlich könnte man das zwar sagen, aber das ist nicht die Entwicklung, um die es hier geht. In der begrifflichen Abgrenzung, wie Sie in dieser Publikation verwendet wird, ist das Verhalten:

Verhalten ist die Veränderung von Zuständen im Laufe der Zeit.

Wenn die Aufmerksamkeit des Bewusstseins den Körper vom Wohnzimmer in die Küche lenkt, um Hunger zu stillen, dann ändert sich der Zustand des Körpers:

  • Erst ändert sich seine Position im Raum.
  • Dann ist der Bauch voll und aus Hunger wird ein Gefühl der Sättigung.

Das ist zunächst einfach nur Verhalten - keine Entwicklung. Aber was geschieht, wenn das Bewusstsein mit seinen Zukunftsprojektionen einen Zustand anstrebt, den der Körper im Rahmen seiner Verhaltensmöglichkeiten nicht erreichen kann? Dann setzt das Bewusstsein eine Entwicklung in Gang, die den Körper immer näher an das angestrebte Verhalten heranführt. Wie das genau funktioniert, darum geht es in den folgenden Ausführungen.

Entwicklung ist die Entstehung von neuem Verhalten in einem System. Durch Entwicklung werden Zustände erreichbar, die vorher nicht erreichbar waren.

Aus menschlicher Perspektive ist das elementare Verhalten der Materie unveränderlich. Deshalb kann neues Verhalten nur in Systemen entstehen.

Es gibt zwei klar unterscheidbare Ebenen:

  1. Verhalten: die Veränderung von Zuständen im Laufe der Zeit
  2. Entwicklung: die Entstehung neuer Verhaltensmöglichkeiten, durch die Zustände erreichbar werden, die vorher nicht erreicht werden konnten.
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