Warum Wissenschaft die wach­sen­den Krisen nicht lösen kann

Gesetzmäßigkeiten super-komplexer Systeme

Die Fähigkeiten des Bewusstseins zur Entwicklung gehen weit über das hinaus, was es unter Beteiligung des Verstandes tut. Es ist dafür nicht auf bereits bestehende Gesetzmäßigkeiten angewiesen. Es erschafft Gesetzmäßigkeiten neu aus dem Nichts. Um zu sehen, wie es das tut, muss die rationale Vorstellung von Gesetzmäßigkeiten erweitert werden. Der Verstand hat seine größten Erfolge durch die Entdeckung der Naturgesetze und die darauf aufbauende Technologie erzielt. Dieses Szenario bestimmt seine Vorstellung davon, was eine Gesetzmäßigkeit ist:

  • Sie lässt sich mathematisch beschreiben.
  • Sie ermöglicht ihm vollständige Kontrolle.
  • Sie ist statisch unveränderlich.
  • Technologische Systeme, die auf dieser Grundlage entstehen, verhalten sich auch als Ganzes vollständig gesetzmäßig. Ihr Verhalten ergibt sich vollständig aus dem Verhalten ihrer Elemente.

Die Lebensumgebung des Menschen wird jedoch durch super-komplexe Systeme bestimmt:

  • der menschliche Körper sowie die Körper aller anderen Lebewesen
  • die Gesamtheit aller Lebewesen als ein gigantisches System gegenseitiger Abhängigkeiten, bei dem die niederen Lebensformen aus anorganische Stoffen organische Stoffe produzieren, auf denen die Existenz der höheren Lebensformen aufbaut
  • das Ökosystem der Erde

Super-komplexe Systeme verhalten sich vollkommen anders als Naturgesetze und Technologie:

  1. Ihr Verhalten hat einen signifikanten nicht-gesetzmäßigen Anteil.
  2. Der gesetzmäßige Anteil des Verhaltens verändert sich im Laufe der Zeit.
Wie kann man sich ein Verhalten mit einem gesetzmäßigen und einem nicht-gesetzmäßigen Verhaltensanteil vorstellen?

Salopp gesagt: Es klappt nicht immer!

  • Ein gesetzmäßiges Verhalten ist ein Verhalten, das (unter bestimmten Bedingungen) wiederholbar ist.
  • Ein nicht-gesetzmäßiger Verhaltensanteil bedeutet, dass das Verhalten (trotz gleicher Bedingungen) nicht immer wiederholt werden kann.

Theoretisch lässt sich für jedes Verhalten eine Wahrscheinlichkeit angeben, mit der es unter den gleichen Bedingungen eintritt. Eine hohe Wahrscheinlichkeit, bedeutet einen hohen gesetzmäßigen Verhaltensanteil und einen niedrigen nicht-gesetzmäßigen Verhaltensanteil. Bei einer niedrigen Wahrscheinlichkeit ist es entsprechend umgekehrt.

Die Gesetzmäßigkeiten des Verstandes sind nichts anderes als hohe Wahrscheinlichkeiten. Wir leben in einer Welt von Wahrscheinlichkeiten. Rationale Kontrolle ist generell eine Illusion!

Für den Verstand ist das Wesentliche an einer Gesetzmäßigkeit ihre rationale Beschreibung, zum Beispiel durch mathematische Formeln. Denn nur wenn sich eine Gesetzmäßigkeit rational beschreiben lässt, kann der Verstand sie auch kontrollieren. Das Bewusstsein bedient den eigenen Körper aber nicht mit dem Taschenrechner, sondern es lenkt ihn durch seine Aufmerksamkeit.

  • Es gibt Verhalten, das sehr viel Aufmerksamkeit erfordert. Wir müssen uns konzentrieren, damit es gelingt. Der Begriff Konzentration bezeichnet stark fokussierte Aufmerksamkeit.
  • Und dann gibt es aber auch Verhalten, das kaum Aufmerksamkeit erfordert und weitgehend automatisch abläuft.
Wann müssen wir uns stark auf ein Verhalten konzentrieren und wann braucht ein Verhalten kaum Aufmerksamkeit?

Das hängt mit dem Verhältnis von gesetzmäßigem und nicht-gesetzmäßigem Verhaltensanteil zusammen:

  • Je höher der nicht-gesetzmäßige Verhaltensanteil eines körperlichen Verhaltens ist, umso mehr müssen wir uns konzentrieren, damit es gelingt.
  • Je höher der gesetzmäßige Verhaltensanteil eines körperlichen Verhaltens ist, umso weniger Aufmerksamkeit braucht es, damit es gelingt.
Das Bewusstsein lenkt den nicht-gesetzmäßigen Verhaltensanteil der Materie in Richtung dessen, was im Fokus seiner Aufmerksamkeit ist. Es verändert die Wahrscheinlichkeiten von scheinbar zufälligen Ereignissen: Ereignisse, die nahe an der Vorstellung liegen, von der die Aufmerksamkeit angezogen wird, werden wahrscheinlicher.

Je höher der Einsatz an Bewusstseinsenergie (Aufmerksamkeit, Konzentration) ist, umso stärker kann bei einer einzelnen Ausführung die Wahrscheinlichkeit in Richtung der angestrebten Absicht beeinflusst werden. Man sieht das zum Beispiel bei Spitzensportlern, die sich vor einer außergewöhnlichen körperlichen Leistung auf die Ausführung des Verhaltens konzentrieren.

Aber das ist noch nicht Entwicklung. Zu einer Entwicklung kommt es erst dann, wenn ein Verhalten wieder und wieder wiederholt wird.

© 2026 | Impressum | Datenschutz | Über mich