Ich und Bewusstsein
Die meisten Menschen würden auf die Frage nach der Entstehung ihres Verhaltens vermutlich antworten: “Ich denke darüber nach, was das Richtige ist und das tue ich dann.” Die Entwicklung des Verstandes hat dazu geführt, dass sich der Mensch für einen rational durch den Verstand gesteuerten Körper hält. Körper und Verstand sind jedoch nicht der Ursprung des Verhaltens. Das Verhalten entsteht aus dem Ich: “Ich denke nach. Ich tue das und das.” Das Ich setzt Verstand und Körper in Bewegung. Deshalb ist es Energie.
Im wissenschaftlichen Kontext fasst der Begriff Bewusstsein eine Reihe von psychischen Phänomenen zusammen, welche irgendwie dem Gehirn und neuronalen Prozessen zugeschrieben werden. In dieser Publikation wird der Begriff Bewusstsein jedoch völlig neu definiert als eigenständige, nicht-materielle Energieform:
- Weil das Bewusstsein Eigenschaften aufweist, die sich nicht auf Materie zurückführen lassen (z.B. absichtliches Verhalten), ist es eine eigenständige Energieform.
- Weil es über die Sinne nicht wahrgenommen werden kann, ist es eine nicht-materielle Form von Energie.
Diese Modellierung ermöglicht es, einen Zusammenhang sichtbar zu machen, den der Verstand bisher nicht sieht und auf dem unserer ganze Existenz aber fundamental aufbaut.
Was also ist das Ich? oder: Wer bin ich? Obwohl diese kleine Frage beharrlich immer wieder irgendwo auftaucht und irgendwie wichtig zu sein scheint, wird sie niemals wirklich beantwortet. Sie wird wohl meist für eine eher rhetorische, philosophische oder spirituelle Frage gehalten. Dabei ist es eine zutiefst praktische Frage. Man könnte mit einigem Recht sagen, dass es die praktischste Frage überhaupt ist:
Um eine Energieform zu verstehen, muss man ihr Verhalten verstehen: Was also ist das Verhalten des Ich? Das Ich ist nicht der Körper. Es läuft oder hopst nicht durch die Gegend. Das Ich ist auch nicht der Verstand. Es denkt deshalb auch nicht nach. “Ich denke, also bin ich.” führt hier leider auf den falschen Dampfer.
Um herauszufinden, was “das Ich” ist, müsste man es untersuchen. Man müsste es erst finden und dann beobachten. Dafür würden man normalerweise seine Wahrnehmung einsetzen. Es war ja bereits thematisiert worden, dass das über die Sinneswahrnehmung sowieso nicht möglich ist, sondern dass es dafür die innerpsychische Wahrnehmung braucht. Aber tatsächlich ist das Problem noch viel größer: Das Ich lässt sich über die Wahrnehmung überhaupt nicht erfassen - weder über die innerpsychische Wahrnehmung noch über die Sinneswahrnehmung.
Um das Ich und seine Wirkung auf die materielle Umwelt zu verstehen, muss man sich selbst als eine Form von Energie begreifen, die über ihr Verhalten - die Wahrnehmung - mit ihrer Umwelt interagiert. Es wird nicht das Ich als Objekt untersucht, sondern die eigene Interaktion mit der wahrgenommenen Umwelt.
Wissenschaft untersucht diese Interaktion nicht, weil sie das Wahrgenommene als objektiv, unabhängig und unbeeinflusst vom Wahrnehmenden ansieht. Und das ist ein Irrtum, wie er größer gar nicht sein könnte.