Konzeptbildung

Die Verhaltenssteuerung des Verstandes basiert auf Gesetzmäßigkeiten. Eine Gesetzmäßigkeit ist Etwas, das unter bestimmten Bedingungen immer gleich ist und deshalb wiederholt werden kann. Sie verbindet eine Bedingung mit einer Konsequenz. Wann immer die Bedingung gegeben ist, tritt die Konsequenz ein. Die Kenntnis einer Gesetzmäßigkeit ermöglicht es dem Verstand,

  • durch Herstellen der Bedingung die Konsequenz gezielt herbeizuführen
  • oder durch Meiden der Bedingung eine unerwünschte Konsequenz zu umgehen.

Neben der bewussten Suche nach Gesetzmäßigkeiten - zum Beispiel im Rahmen der Wissenschaft - analysiert der Verstand permanent unbewusst jedes ablaufende Verhalten auf Bedingungen hin, die für das Resultat verantwortlich sind. Er möchte erfolgreiches Verhalten wiederholbar machen und gescheitertes Verhalten in Zukunft vermeiden. Was zunächst nach einem sinnvollen Streben klingt, schränkt den Menschen aber massiv in seiner Entwicklung ein:

  • Es gibt große Bereiche menschlichen Verhaltens, dessen Erfolg nicht auf Gesetzmäßigkeiten basiert, sondern vielmehr auf einer breiten Variabilität, die sich ergibt, indem das Verhalten seinem natürlichen Potential folgt. Dazu zählen zahlreiche zwischenmenschliche Interaktionen (wie z.B. auch Sex) und kreative Tätigkeiten. Der Verstand ersetzt schrittweise lebendiges, vielfältiges potential-getriebenes Verhalten durch stupide gleich bleibende rationale Routinen.
  • Fehlversuche und Fehlschläge sind ein ganz natürlicher Teil von Entwicklung. Indem der Verstand Verhalten meidet, das mal fehlgeschlagen ist, blockiert er Entwicklung.
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