Bewusstsein und Materie

Die Wissenschaft erhebt eine Art Wahrheitsmonopol als einziges legitimes Erkenntnisprinzip, indem sie alles, das nicht wissenschaftlich bewiesen werden kann, abwertend als unwissenschaftlich bezeichnet. Damit reduziert das wissenschaftliche Weltbild die Realität auf Materie und ihre Gesetzmäßigkeiten:

  • Materie ist das, was über die Sinne wahrgenommen wird und nur das lässt sich anderen Menschen objektiv "zeigen".
  • Beweise sind auf zuverlässige Reproduzierbarkeit angewiesen und das ist quasi die Definition von Gesetzmäßigkeit.

Wenn die Wissenschaft eine Gesetzmäßigkeit gefunden und bewiesen hat, dann geht sie selbstverständlich davon aus, dass der Mensch die Gesetzmäßigkeit mit seinem Verhalten auch anwendet. Leider klappt das oft nicht. Die Wissenschaft sieht die Ursache dafür beim Menschen, der unfähig, unwillig und zu dumm ist, die weisen Erkenntnisse der Wissenschaft buchstabengetreu umzusetzen.

Tatsächlich liegt das Problem aber woanders: Das wissenschaftliche Weltbild ist unvollständig. Es fehlt der komplette Prozess der Anwendung von Gesetzmäßigkeiten.

Um eine Gesetzmäßigkeit anzuwenden, muss das körperliche Verhalten die Bedingung erfüllen und das bedeutet:

  • Der Körper muss sich überhaupt in Bewegung setzen.
  • Der Körper muss mit seinem Verhalten in der Lage sein, die Bedingung zu erfüllen.

Und selbst wenn der Körper es tatsächlich schafft, die Bedingung zu erfüllen, können der nicht-gesetzmäßige Verhaltensanteil der Materie (scheinbar zufälliges Verhalten) und die Veränderung von Gesetzmäßigkeiten (scheinbar zufällige Entwicklung) dem Eintreten der Konsequenz entgegenwirken.

Dem rationalen Modell der Realität fehlen zwei wesentliche Komponenten:

  1. das Bewusstsein, welches den Körper in Bewegung setzt
  2. das körperliche Verhalten, welches die Bedingung der anzuwendenden Gesetzmäßigkeit erfüllen soll

Das Symbol des Körpers in diesem Bild repräsentiert nur das psychisch gesteuerte Verhalten des Körpers (Laufen, Essen, Sprechen, Sport, Arbeit usw.) Das "automatische" Verhalten des Körpers (Atmung, Kreislauf, Verdauung usw.) gehört zur Materie und ihren Gesetzmäßigkeiten. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Ernährung (psychisch gesteuertes Verhalten), welche mit Verdauung und Stoffwechsel (automatisches Verhalten des Körpers) interagiert. Diese Aufteilung wird später eine Rolle spielen, wenn es um die Entstehung einer Vielzahl von bisher unheilbaren Krankheiten geht.

Wenn der Körper mit seiner materiellen Umgebung interagiert, dann interagieren zwei super-komplexe Systeme miteinander. Das ist etwas ganz anderes als die Interaktion zweier materieller Objekte auf der Grundlage eines Naturgesetzes. BEIDE super-komplexen Systeme haben neben ihren Gesetzmäßigkeiten auch

  • einen nicht-gesetzmäßigen Verhaltensanteil
  • und veränderliche Gesetzmäßigkeiten.

Es gibt in diesem Modell zwei wesentliche Interaktionen:

  1. die rein materielle Interaktion eines super-komplexen materiellen Körpers mit seiner super-komplexen materiellen Umgebung
  2. die Interaktion des Bewusstseins mit der Materie

Das Bewusstsein lenkt durch die Ausrichtung seiner Aufmerksamkeit die materielle Interaktion als Ganzes. Es setzt nicht nur den Körper in Bewegung, sondern es lenkt auch den nicht-gesetzmäßigen Verhaltensanteil und die Entwicklung der Gesetzmäßigkeiten von Körper UND materieller Umgebung. Im Laufe vieler Wiederholungen geht das Verhalten vom Bewusstsein auf die Materie über, indem die Materie sich weiterentwickelt und zwar über BEIDE Interaktionen hinweg:

  1. Durch Aufmerksamkeit gelenktes Verhalten geht vom Bewusstsein auf den Körper über: Ein Fahranfänger muss beim Fahren auf ganz viele Einzelheiten bewusst achten, während sich ein geübter Autofahrer entspannt auf das Wesentliche konzentrieren kann, weil viele Details automatisch ablaufen, mit denen ein Anfänger sich abmüht.
  2. Körperliches Verhalten wird dem Körper durch die Entwicklung seiner Umgebung abgenommen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man eine längere Strecke mit dem Auto fahren kann anstatt sie laufen zu müssen oder wenn man einen Taschenrechner benutzt, anstatt komplexe Berechnungen im Kopf oder mit dem Rechenschieber durchzuführen. Alles, das der Körper nicht mehr selbst tun muss, bedeutet letztlich auch einen geringeren Aufwand an Bewusstseinsenergie.

Bei der Interaktion eines Lebewesens mit seiner materiellen Umwelt spielen mehrere Arten von Verhalten zusammen:

  1. Verhalten des Bewusstseins: Das Bewusstsein schenkt seine Aufmerksamkeit einem Zustand, von dem es sich angezogen fühlt.
  2. Verhalten der Psyche: Der Fokus der Aufmerksamkeit aktiviert in der Psyche die Kreativität. Diese liefert Ideen zum Erreichen des Zustands.
  3. Verhalten des rationalen Verstandes: Der Verstand ermöglicht, bereits vorhandene Gesetzmäßigkeiten zu nutzen, um den angestrebten Zustand zu erreichen.
  4. Das psychisch gesteuerte Verhalten des Körpers strebt ebenfalls dem Zustand zu, auf den die Aufmerksamkeit des Bewusstseins gerichtet ist.
  5. Auch das nicht-gesetzmäßige Verhalten der Materie wird durch die Aufmerksamkeit des Bewusstsein gelenkt.
  6. Das gesetzmäßige Verhalten der Materie braucht den unmittelbaren Einfluss des Bewusstseins nicht mehr. Das Erfüllen der Bedingung bringt direkt die Konsequenz hervor.

In allen Fällen geht es um den gleichen Zustand und ein Verhalten, das zu diesem Zustand hinstrebt. Durch Wiederholung verschieben sich die Anteile der einzelnen Verhaltensaspekte von einer psychischen Aktivität in Richtung eines gesetzmäßigen Verhaltens der Materie. Aus der reinen Vorstellung eines Zustands wird immer mehr die Konsequenz einer Gesetzmäßigkeit.

Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Verhalten den angestrebten Zustand auch erreicht und der notwendige Einsatz von Bewusstseinsenergie sinkt. Das ist die Grundlage von scheinbar zufälliger materieller Entwicklung und der fundamentale Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Materie.

Materie ist ein Produkt des Bewusstseins. Sie hat keine vom Bewusstsein unabhängige Existenz. Die Aufrechterhaltung materieller Gesetzmäßigkeiten erfordert immer eine gewisse Menge an Bewusstseinsenergie. Andernfalls kommt es zu Rückbildung, Auflösung und Zerfall.

Das ist ein Segen, denn es ermöglicht die Heilung von unbewusst durch den Verstand hervorgebrachten negativen Entwicklungen. Theoretisch lässt sich jeder materiellen Gesetzmäßigkeit eine exakte Menge an Bewusstseinsenergie (Aufmerksamkeit) zuordnen, die für ihre Aufrechterhaltung erforderlich ist und die überschritten werden muss, damit es zur Entwicklung kommt oder die unterschritten werden muss, damit sich ein materielles Phänomen zurückbildet.

An dieser Stelle wird das wissenschaftliche Weltbild vom Kopf auf die Füße zurückgestellt: Der Verstand versucht mit allerlei Tricks und Illusionen zu erklären, wie ALLES (einschließlich des Lebens) aus ausschließlich Materie und ihren Naturgesetzen entstehen konnte (Evolutionstheorie, Urknalltheorie, dunkle Materie). Tatsächlich aber ist alles Materielle aus dem nicht-materiellen Bewusstsein hervorgegangen.

Wenn man versteht, wie man selbst durch die Ausrichtung seiner Aufmerksamkeit den eigenen Körper und die eigene Lebensumgebung formt, dann versteht man auch, wie alles andere entstanden ist, für dessen Entstehung man nicht selbst verantwortlich ist.

Auch die Entwicklung von Technologie ist eine spezifische Ausprägung dieses Prozesses. Durch Technologie geht körperliches Verhalten auf gesetzmäßiges Verhalten der Materie über und Bewusstseinsenergie wird frei (weil ja das Bewusstsein den Körper steuert). Die Technologie nimmt dem Körper und damit dem Bewusstsein Verhalten ab. Technologieentwicklung ist eines der wenigen Beispiele, wo das Zusammenspiel von Bewusstsein und Verstand funktioniert. Deshalb ist sie auch so erfolgreich. Der Verstand ist sich dessen nur nicht bewusst. Wo kommen denn all die Ideen für neue Technologien her? Wie wurden die Naturgesetze gefunden? Es ist ein Irrtum, dass sie "ausgedacht" wurden. Sie sind ein Produkt der Kreativität und Kreativität ist eine unmittelbare Wirkung der Aufmerksamkeit des Bewusstseins, welche Energie in Richtung dessen lenkt, worauf sie fokussiert ist. (Auch Ideen sind eine nicht-materielle Form von Energie, da sie Veränderungen bewirken.) Der Verstand kommt erst später bei der konkreten Umsetzung zum Einsatz. Wenn man sich die Entwicklung von Technologien wie dem Auto oder dem Computer anschaut, wird man erstaunliche Parallelen zur Evolution der Lebewesen entdecken.

Die rationale Vorstellung vom Erschaffen ist von dem geprägt, was der Verstand von technologischem Erschaffen wahrnimmt und das ist sowieso nur ein kleiner Bruchteil. Und dann fragt man sich, wo ein angeblicher Gott wohl seine "Riesenhände" hat, wenn er das alles erschaffen konnte. Aber wenn die Hände tätig werden, ist der wesentliche Teil des Erschaffens längst gelaufen. Die eigentliche Arbeit erledigt das Bewusstsein und das Bewusstsein braucht keine "Hände", um Materie zu formen - auch das Bewusstsein des Menschen nicht.

Technologisches Erschaffen ist eine spezifische Form des Erschaffens, die neue Gesetzmäßigkeiten aus den Naturgesetzen als "Bausteinen" zusammensetzt. Es ist das gleiche Prinzip wie bei den "Plattformen" und dem "Baukastenprinzip" der Autohersteller. Wenn man neue Fahrzeuge zu wesentlichen Teilen aus vorhandenen Bausteinen zusammensetzt, dann geht ihre Entwicklung viel schneller, als wenn alles von Grund auf neu entwickelt werden müsste.

Das Kernproblem der gegenwärtig vorherrschenden wissenschaftlichen Weltsicht ist, dass der Verstand die Wirkung des eigenen Bewusstseins auf den nicht-gesetzmäßigen (scheinbar zufälligen) Verhaltensanteil der Materie und die Veränderung materieller Gesetzmäßigkeiten (scheinbar zufällige Entwicklung) nicht kennt. Bzw. ist es ja nicht einfach nur so, dass der Verstand das nicht kennt, sondern der Verstand verdrängt den Zusammenhang mit aller Macht. Dafür gibt es vor allem 2 Gründe:

  1. Aus Unkenntnis lenkt der Verstand die Aufmerksamkeit unbewusst so, dass ihre Wirkung ungewollt eine Vielzahl von sehr schwerwiegenden negativen Entwicklungen hervorbringt, deren Entstehen der Verstand für zufällig hält und die er verbissen bekämpft, ohne die tatsächlichen Ursachen zu erkennen. Sich selbst als Verursacher zu sehen konfrontiert den Verstand mit einer erdrückend großen "eigenen Schuld".
  2. Der Verstand hat keine Kontrolle über das auf das Bewusstsein wirkende Potential. Die Existenz eines Bewusstseins anzuerkennen bedeutet, sich von der Illusion einer vollständig rationalen Kontrolle über das Universum zu verabschieden und die eigene Begrenztheit und große Bereiche von Unwissenheit zu akzeptieren.

Beides führt dazu, dass die Wirkung des Bewusstseins auf die Materie für den Verstand mit extremen tief sitzenden Urängsten und Ohnmachtsgefühlen verbunden ist. Wenn der Verstand damit konfrontiert wird, scheint seine Welt komplett aus den Fugen zu geraten. Sobald er sich in seine Illusionen zurück geflüchtet hat, scheint seine Welt hingegen wieder in Ordnung zu sein. Deshalb kämpft der Verstand mit aller Macht dagegen an.

Jeder Mensch hat alle Voraussetzungen in sich, um zu erkennen, wie sein Bewusstsein den eigenen Körper und die eigene Lebensumgebung beeinflusst:

  1. Die inner-psychische Wahrnehmung erfasst das Verhalten des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit.
  2. Die nicht-rationalen Teile der Psyche stellen den Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Bewusstseins und materiellen Entwicklungen her.

Die inner-psychische Wahrnehmung ist aber nicht entwickelt, weil ihr die Wissenschaft keine Bedeutung beimisst und die nicht-rationalen Teile der Psyche werden vom Verstand unterdrückt. Daran wird sich auch nichts ändern, solange die Wissenschaft diese Art von Informationen als "unwissenschaftlich" abwertet. Die Frage ist deshalb, ob sich der Zusammenhang nicht auch für die Wissenschaft sichtbar machen und sogar im wissenschaftlichen Sinne beweisen lässt. Tatsächlich ist das möglich, aber es verlangt eine Perspektivänderung bei der Betrachtung von Materie.

Die Wissenschaft stellt Zusammenhänge zwischen statischen Zustandsinformationen der Materie her. Materie ist, was die Sinne wahrnehmen und ihre Eigenschaften lassen sich jederzeit immer wieder nachmessen. Wenn wir uns also fragen, wie es zum langen Hals der Giraffe kommt, dann ist die Antwort der Wissenschaft darauf: "Die Gene der Giraffe haben sich durch zufällige Mutationen so verändert, dass dabei ein langer Hals heraus kam." Beides sind statische Merkmale der Materie:

  1. bestimmte genetische Informationen, die diesem Körperteil zugeordnet werden können
  2. der lange Hals

Beides kann man jederzeit untersuchen und messen. Aber wenn behauptet wird:

Es gab in der Psyche der Giraffenvorfahren ein Bedürfnis, an hochhängende Blätter dranzukommen. Das führte dazu, dass die Giraffenvorfahren immerzu versuchten, die höchsten zu erreichenden Blätter zu erreichen. Dabei wurde der Hals der Giraffe mit der Zeit immer länger. Die entsprechenden Gene sind eine Begleiterscheinung dieses Zusammenhangs, welche die Funktion hat, Entwicklungen der einen Generation an die nächste Generation weiterzugeben. SOWOHL die Gene ALS AUCH das körperliche Merkmal (langer Hals) gehen auf das innerpsychische und körperliche Verhalten zurück.

dann lässt sich diese Behauptung leider nicht beweisen:

  1. Wir können in die Psyche der Giraffe nicht hineinschauen - in die der heutigen Giraffen nicht und in die der Giraffenvorfahren schon mal gar nicht.
  2. Auch das Verhalten der Giraffenvorfahren, als die Hälse noch nicht so lang waren, ist unserer Wahrnehmung nicht mehr zugänglich, weil es Youtube und Handys damals leider noch nicht gab.

Deshalb sagt die Wissenschaft: "Unwissenschaftlicher Blödsinn!"

An dieser Stelle ist es noch mal wichtig zu sehen, dass an dieser Theorie absolut überhaupt nichts falsch ist. Dass sich diese Behauptung nicht beweisen lässt, spricht in keiner Weise gegen diese Theorie, sondern ist ein Defizit der Wissenschaft als Erkenntnisprinzip. Gerade auch an diesem Beispiel lässt sich gut sehen, wie sich der Verstand seine Illusionen durch eine Art von Scheinlogik zusammenzimmert. Gleichzeitig werden die Illusionen durch emotionale Abwertung geschützt. Die Wissenschaft ist die angebliche Lösung aller Probleme und wer von ihrem Weg irgendwie abweicht, ist anscheinend nicht ganz bei Trost. Wer Theorien aufstellt, die den Beweisen der Wissenschaft nicht zugänglich sind, wird als dumm und schädlich hingestellt und belächelt. Niemand will das. Wenn man sich mit solchen Theorien auseinandersetzen möchte, dann muss man lernen, mit emotionaler Abwertung klarzukommen - nicht einmalig, sondern immer und immer wieder. Das ist eine echt große Hürde. Der Verstand verwechselt seine Illusion von Kontrolle mit echter Erkenntnis.

Um den Zusammenhang sichtbar zu machen, muss ein Wechsel von der statischen materiellen Zustandsebene in die Verhaltensebene erfolgen. Die statische Sicht der Wissenschaft stellt einen Zusammenhang zwischen den angeblich zufällig entstandenen Genen als "Ursache" und dem langen Hals der Giraffe als "Wirkung" her. Der Wechsel in die Verhaltensebene erfolgt durch Fragen wie: Was hat denn die Giraffe eigentlich von ihrem langen Hals? Welchen Nutzen hat der lange Hals? Was kann sie damit erreichen? Warum könnte die Giraffe einen langen Hals haben wollen?

Das Wesentliche an einer körperlichen Veränderung ist nicht das materielle Merkmal an sich, sondern was es für das Verhalten des Lebewesens bedeutet!

Durch den langen Hals erreicht das Streben nach hoch hängenden Blättern und Trieben (Verhalten) sein Ziel, die leckeren hoch hängenden Blätter und Triebe zu fressen (angestrebter Zustand). Nun da der Hals schon so lang ist, handelt es sich um ein gesetzmäßiges Verhalten. Mit diesem langen Hals wäre es echt mühsam vom Boden zu fressen.

Wenn die Konsequenzen des körperlichen Merkmals für das Verhalten klar sind, kann von dort aus der eigentlich wesentliche Zusammenhang zum Verhalten der Giraffenvorfahren hergestellt werden, als der Hals noch nicht so lang war:

Das durch das körperliche Merkmal materiell bedingte Verhalten hat bereits vor Herausbildung des körperlichen Merkmals psychisch bedingt existiert.

Auf diese Weise wird ein Verhalten ursächlich mit einer materiellen Wirkung verknüpft, ohne dass es eine materielle Ursache gibt. So etwas kann es im wissenschaftlichen Weltbild eigentlich nicht geben. Auch die Wissenschaft macht durchaus psychisch bedingtes Verhalten für materielle Wirkungen verantwortlich. Zum Beispiel: "Rauchen verursacht Krebs." In diesem Fall gibt es aber sowohl eine materielle Ursache als auch eine materielle Wirkung. Rauch in der Lunge ist die Ursache und Krebs ist die Wirkung. Das Verhalten "Rauchen" löst eine materielle Ursache aus, die zu einer materiellen Wirkung führt.

Im Fall der Evolution jedoch gibt es zwischen Verhalten und materieller Wirkung keine materielle Ursache:

Die Ursache ist die Aufmerksamkeit des Bewusstseins und die ist von außen nicht zu sehen:

Dennoch kann das Verhalten VOR der körperlichen Veränderung mit der materiellen Wirkung in Verbindung gebracht werden, weil es identisch ist zu dem Verhalten, das sich aus der materiellen Wirkung ergibt:

  1. Welches Verhalten ergibt sich aus dem körperlichen Merkmal bzw. der körperlichen Veränderung?
  2. Hat es ein solches Verhalten bereits VOR dem Auftreten des körperlichen Merkmals psychisch bedingt gegeben?
  3. Falls ja, ist auf diese Weise bewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem psychisch bedingten Verhalten und der Entstehung des körperlichen Merkmals gibt?

Diese Schlussfolgerungskette ist auch deshalb nötig, weil sich dieser Zusammenhang wohl kaum durch ein gezieltes Experiment zeigen lässt. Nicht nur sind die benötigten Zeiträume dafür zu lang - das auf das Bewusstsein wirkende Potential lässt sich auch nicht manipulieren. Man könnte höchstens reale Entwicklungsprozesse begleiten, aber dafür müsste man vorher schon wissen, dass jetzt eine Entwicklung beginnt, die tatsächlich so weit geht. Deshalb muss der Zusammenhang von seinem Ende (nach Eintreten der materiellen Veränderung) aus betrachtet werden, wenn das "verursachende" Verhalten eigentlich nicht mehr zugänglich ist.

Durch den Zusammenhang zwischen psychisch bedingtem Verhalten und körperlicher Veränderung ist zwar nicht direkt das Bewusstsein als Ursache bewiesen, aber wie sich später noch zeigen wird, gibt es Fälle, in denen aus dem äußerlich sichtbaren körperlichen Verhalten auf das innerpsychische Verhalten geschlossen werden kann.

Für die Giraffen ist ein Beweis dieses Zusammenhanges leider nicht mehr möglich, da damals noch niemand ihr Verhalten gefilmt hat. Dafür ist es aber für den Menschen möglich. Zwar hat der Verstand den Menschen durch seine Irrtümer weitgehend von der Evolution abgekoppelt, aber dafür gibt es umso mehr Beispiele einer negativen Umkehrung des Evolutionsvorgangs, von denen einige durchaus wissenschaftlichen Beweisen zugänglich sind. Ein solcher Beweis hat vor allem die Funktion, die Blockadehaltung der Wissenschaft gegenüber dieser Art von Zusammenhang grundsätzlich aufzubrechen. Die Wissenschaft wird die Wirkung des Bewusstseins auf die Materie niemals vollständig erfassen. Um das zu erreichen, muss sich der Verstand mit den gegenwärtig unterdrückten nicht-rationalen Teilen der Psyche zu etwas Neuem verbinden. Doch bevor es konkret um den Beweis geht, beschäftigen sich die folgenden Kapitel zunächst damit, wie der Verstand aufgrund seines fehlerhaften rationalen Modells die eigentlich positive Wirkung des Bewusstseins negativ umkehrt.

Noch eine Anmerkung zu den Begriffen "Zustand" und "Verhalten", weil es im Kern ja immer wieder um Verhalten geht, das bestimmte Zustände anstrebt:

Rein formal betrachtet bezeichnet ein Zustand die statische Momentaufnahme von Energieform und Eigenschaften eines Elements und ein Verhalten die Änderung des Zustands. In der konkreten rationalen Modellierung kann ein Zustand aber durchaus auch ein Verhalten beinhalten. Man stelle sich zum Beispiel vor, man strebt beim Tanzen ein Gefühl von Einheit und Harmonie des eigenen Körpers mit der Musik und ggf. auch mit einem Tanzpartner an. Dann ist die psychische Erfüllung beim Tanzen der Zustand, der angestrebt wird, obwohl das Tanzen an sich natürlich ein Verhalten ist. Man kann dann den Zustand erreicht haben, obwohl der Körper dabei ununterbrochen in Bewegung ist. Das ist die Relativität von Rationalität, die dem Umstand geschuldet ist, dass die Realität unendlich viel komplexer ist, als es Rationalität jemals sein wird. Rationalität muss sich auf das für den Sachverhalt Wesentliche beschränken. Wenn von einem Zustand die Rede ist, dann umfasst das nicht zwangsläufig ALLE Eigenschaften, sondern nur die für den betrachteten Zusammenhang gerade wesentlichen.

Die "Relativität von Rationalität" bedeutet: Rationale Konstrukte haben keine absolute Richtigkeit losgelöst von ihrem Zweck. Sie sind vielmehr Werkzeuge, die dem Verständnis der Realität und der Kommunikation dienen. Bezogen auf ihren Zweck können sie nützlich sein. Aber sie befinden sich auch in einem ständigen Prozess von Entwicklung hin zu einer noch besseren Annäherung an die Realität.

nächstes Kapitel: Das richtige Maß