Leben
Was genau ist eigentlich Leben? Was unterscheidet Lebewesen von lebloser Materie?
Das Verhalten der leblosen Materie wird ausschließlich durch die Einwirkung äußerer Kräfte bestimmt. Leblose Materie tut niemals irgendetwas von sich aus. Ein Lebewesen hingegen kann sich aus eigener Kraft in Bewegung setzen. Lebewesen haben ein selbst-getriebenes Verhalten. Sie können im Gegensatz zur leblosen Materie ein Verhalten aus sich selbst heraus hervorbringen.
Es muss deshalb etwas geben, das Lebewesen von innen heraus antreibt - etwas, das leblose Materie nicht hat.
Der rationale Verstand stellt diese einfache Überlegung nicht an. Im wissenschaftlichen Weltbild ist die leblose Materie mit ihren Gesetzmäßigkeiten die Grundlage alles Existierenden einschließlich des Lebens. Der Name Naturgesetze suggeriert, diese Gesetzmäßigkeiten seien die Grundlage der gesamten Natur einschließlich des Lebens, obwohl sie eigentlich nur das Verhalten der leblosen Materie beschreiben. Die Evolutionstheorie soll erklären, wie das Leben aus ausschließlich lebloser Materie und ihren Gesetzmäßigkeiten entstehen konnte. Aber das Leben kann nicht aus ausschließlich lebloser Materie und ihren Gesetzmäßigkeiten entstanden sein, weil es eine Reihe von Eigenschaften und Merkmalen hat, die sich nicht auf leblose Materie zurückführen lassen.
Das Verhalten der leblosen Materie ist entweder gesetzmäßig oder (scheinbar) zufällig. Das Verhalten der Lebewesen ist jedoch weder gesetzmäßig noch zufällig.
Vergegenwärtigen wir uns einmal grafisch, was Gesetzmäßigkeiten und Zufall bedeuten:
Zufall:

Der gleiche Ausgangszustand kann zu unterschiedlichen Arten von Verhalten und damit unterschiedlichen Zuständen führen. (Das kann auch bedeuten, dass wir über den Ausgangszustand nicht alles wissen.)
Gesetzmäßigkeit

Der gleiche Ausgangszustand führt immer zum gleichen Verhalten und damit zum gleichen Endzustand. (Genau wegen dieser Vorherbestimmtheit kann der Verstand Gesetzmäßigkeiten zur Steuerung von Verhalten einsetzen.)
Wenn man sich die beiden Grafiken ansieht, dann wäre theoretisch noch eine dritte Art von Verhalten denkbar:

Ein bestimmter Zielzustand kann aus unterschiedlichen Ausgangszuständen heraus erreicht werden.
Und tatsächlich gibt es diese Art von Verhalten auch. Es ist die Absicht oder auch absichtliches Verhalten. Absichtliches Verhalten unterscheidet Lebewesen von lebloser Materie. Lebewesen sind im Gegensatz zur leblosen Materie in der Lage, bestimmte Zielzustände anzustreben, unabhängig davon, in welchem Ausgangszustand sie sich befinden.
Diese simple Überlegung widerlegt die Darwin'sche Evolutionstheorie. Die Darwin'sche Evolutionstheorie versucht zu erklären, wie sich das Leben aus ausschließlich lebloser Materie heraus entwickeln konnte. Dafür müsste sie zuallererst erklären, wie absichtliches Verhalten aus ausschließlich zufälligem und gesetzmäßigem Verhalten entsteht. Das kann sie aber nicht, weil es nämlich nicht möglich ist. Das Leben kann nicht aus ausschließlich lebloser Materie hervorgegangen sein und auf ausschließlich lebloser Materie aufbauen, weil sich leblose Materie weder allein in Bewegung setzen kann, noch zu absichtlichem Verhalten fähig ist. Das Leben muss eine "Zutat" haben, die ein selbst-getriebenes absichtliches Verhalten hervorbringt und Lebewesen von lebloser Materie unterscheidet.
Was auch immer das Verhalten des Lebens antreibt
- es ist nicht rationalen Ursprungs,
- es unterliegt nicht rationaler Kontrolle,
- es wirkt dem Anspruch einer vollständig rationalen Verhaltenskontrolle entgegen,
- es beeinflusst Verhalten und Entwicklung der Materie auf eine Weise, die der Verstand weder versteht, noch kontrollieren kann.
Deshalb wird es vom Verstand in seinem Weltbild verdrängt.
Der Verstand kann nicht mit Situationen umgehen, die rational nicht lösbar sind. Deshalb erschafft er in seinem Modell der Realität unbewusst eine Welt, in der solche Situationen nicht vorkommen.
Um nicht mit der Begrenztheit seiner Arbeitsweise konfrontiert zu werden, reduziert der Verstand die Realität auf Materie und ihre Gesetzmäßigkeiten und erschafft so die Illusion, dass das gesamte Universum rein rational kontrollierbar sei.
Der Verstand besitzt die Eigenart, sein Modell der Realität auf das zu beschränken, was er rational kontrollieren zu können glaubt und das zu verdrängen, worüber er keine Kontrolle hat. Die Differenzen zwischen seinem reduzierten Weltbild und der Realität verbirgt der Verstand durch unbewusst, aber geschickt angelegte rationale Tricksereien vor sich selbst. Rationalität ist als Abbildungsmethode geradezu prädestiniert für die Bildung von Illusionen, da sich rationale Modelle der Realität sowieso immer nur annähern können. Vereinfacht gesagt lässt der Verstand in seinem Modell der Realität einfach all das weg, was ihm die eigene Begrenztheit vor Augen führen würde. Er stellt bestimmte Betrachtungen einfach nicht an.
Die Illusion gibt dem Verstand ein Gefühl von Macht und Kontrolle, so wie es auch echte Erkenntnis tun würde. Alles, was die Illusion ins Wanken bringt, erscheint im Verstand wie das Gegenteil von Erkenntnis und wird verbissen bekämpft. Im Unterschied zu echter Erkenntnis existiert die Kontrolle real aber nicht - wie zahlreiche eskalierende Krisen zeigen.
Wissenschaft untersucht die Gesetzmäßigkeiten der Materie und geht dann vollkommen selbstverständlich davon aus, dass die erkannten Gesetzmäßigkeiten auch angewendet werden. Das entspricht dem Anspruch des Verstandes einer vollständig rationalen Verhaltenskontrolle. In der Praxis funktioniert das aber nicht. So vieles, das theoretisch im wissenschaftlichen Sinne wahr ist, kommt niemals im Verhalten der Menschen an. Man denke nur an "gute Vorsätze". Aus Sicht der Wissenschaft liegt das an der Unwilligkeit und Unfähigkeit der Menschen, die sich nur endlich mal mehr anstrengen müssen, die weisen Erkenntnisse der Wissenschaft umzusetzen. Tatsächlich hat es aber einen völlig anderen Hintergrund:
Das Leben hatte bereits eine funktionierende Verhaltenssteuerung, lange bevor der Verstand überhaupt entstand. Milliarden von Jahre lang entwickelte sich das Leben erfolgreich aufwärts - ohne Verstand. Da der Mensch ein Lebewesen ist, gibt es mit dem Verstand in der menschlichen Psyche nun zwei miteinander konkurrierende Verhaltenssteuerungen, die immer wieder zueinander in Widerspruch geraten:
- die ursprüngliche Quelle des Verhaltens der Lebewesen
- den Verstand mit seinem Anspruch einer vollständig rationalen Verhaltenskontrolle
Der Verstand sieht seine rationale Form der Verhaltenskontrolle gegenüber der ursprünglichen Verhaltenssteuerung der Lebewesen als selbstverständlich überlegen an und glaubt, sie einfach unterdrücken zu können. Das liegt unter anderem an der Evolutionstheorie. Die Evolutionstheorie schreibt die Entwicklung der Lebewesen dem Zufall zu (so wie es der Verstand immer tut, wenn sein rationales Weltbild nicht weiterführt). Laut Evolutionstheorie basieren die körperlichen Entwicklungen der Lebewesen auf zufälligen genetischen Mutationen. Das befriedigt zwar das Erklärungsbedürfnis des Verstandes, aber es nimmt dem Menschen auch die Kontrolle über seine Evolution.
Der Verstand misst der nicht-rationalen Verhaltensentstehung der Lebewesen keine Bedeutung bei, weil er keinen Zusammenhang zwischen diesem Verhalten und der evolutionären Entwicklung sieht. Der Verstand glaubt, erst durch ihn sei Entwicklung gezielt möglich geworden und vor seiner Entstehung sei Entwicklung nur zufällig erfolgt (und deshalb habe es auch so lange gedauert). Aber es gibt keine zufällige Entwicklung.
Die Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Entwicklung ist so unvorstellbar winzig klein, dass sie als vollkommen ausgeschlossen betrachtet werden kann!
Der Verstand hat bis heute nicht verstanden, was Entwicklung eigentlich ist und wie sie funktioniert - obwohl er einen Teil dazu beiträgt.