Was ist Entwicklung?

Entwicklung basiert auf absichtlichem Verhalten und bedeutet, über viele Entwicklungsschritte hinweg einen angestrebten Zustand zu erreichen.

  • Bei einer positiven Entwicklung stellt der angestrebte Zustand eine Verhaltenserweiterung dar. Eine Verhaltenserweiterung bedeutet, vom erreichten Zustand aus mit dem Verhalten neue Zustände erreichen zu können, die vorher nicht erreichbar waren.
  • Bei einer negativen Entwicklung stellt der erreichte Zustand eine Verhaltenseinschränkung dar. Eine Verhaltenseinschränkung bedeutet, dass vom erreichten Zustand aus mit dem Verhalten bestimmte andere Zustände nicht mehr erreichbar sind, die zuvor schon mal erreichbar waren.

Wenn im Folgenden einfach nur von Entwicklung die Rede ist, dann ist damit immer eine positive Entwicklung gemeint, während eine negative Entwicklung explizit als solche benannt wird.

Was genau passiert bei einer Entwicklung?

  1. Viele einzelne aufeinander aufbauende Entwicklungsschritte führen in die gleiche Richtung. Kommt es zu einem Entwicklungsschritt, der nicht in Richtung des angestrebten Entwicklungsziels geht, muss ein Korrekturschritt erfolgen.
  2. Bei jedem einzelnen Entwicklungsschritt wird eine Auswahl getroffen: Aus einer unvorstellbar großen Menge potenziell möglicher Zustandsänderungen, von denen sehr viele nicht in Richtung des Entwicklungsziels gehen, wird eine Zustandsänderung ausgewählt, die in Richtung des angestrebten Entwicklungsziels führt.

Die Evolutionstheorie unterstellt, dass Entwicklung zufällig möglich ist. Wenn man sich allerdings vergegenwärtigt, wie unwahrscheinlich es schon ist, dass nur ein einziger Entwicklungsschritt zufällig in Richtung des Entwicklungsziels führt und sich dann auch noch klar macht, wie unglaublich viel unwahrscheinlicher es ist, dass ein solches an sich schon unwahrscheinliches Ereignis, viele viele Male hintereinander passiert, wird klar, dass zufällige Entwicklung wahrscheinlichkeitstheoretisch vollkommen ausgeschlossen ist!

Man kann sich zum Beispiel vorstellen, wie man einen Text schreibt. Und nun stelle man sich weiter vor, wie man mitten in der Texterstellung zu zufälliger Entwicklung übergeht, indem man das nächste Zeichen zufällig setzt - und das darauf folgende Zeichen wieder zufällig und das darauf folgende Zeichen wieder zufällig usw. Wie wahrscheinlich ist es, dass auf diese Weise ein sinnvoller Text entsteht?

Es ist so unwahrscheinlich, dass es praktisch vollkommen ausgeschlossen ist!

Eine sogenannte Normseite hat 1800 Zeichen. Wenn wir von 26 Buchstaben, 4 Umlauten und 8 Satzzeichen ausgehen, ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass zufällig ein ganz bestimmter einseitiger Text entsteht 1/1800 hoch 38. Diese Wahrscheinlichkeit ist so unvorstellbar winzig klein, dass kein Potenzrechner im Internet sie ausrechnen wollte. Zitat: "Es gab einen kritischen Fehler."

Nun könnte man argumentieren, es muss ja nicht ein ganz bestimmter Text sein, sondern nur irgendein Text. Ja, aber es muss ein sinnvoller Text sein, denn schließlich sind der Mensch und die anderen Lebewesen nicht einfach beliebige Ansammlungen organischen Materials, sondern es sind perfekt funktionierende Systeme.

Damit ein sinnvoller Text entsteht (auch wenn der Inhalt egal ist),

  • muss aus einer zufälligen Ansammlung von Buchstaben ein existierendes Wort entstehen (und das viele Male hintereinander)
  • es müssen mehrere Wörter aneinandergereiht werden, die zusammen einen Sinn ergeben,
  • die Wörter müssen in grammatikalisch richtiger Reihenfolge stehen
  • und die Satzzeichen müssen an den richtigen Stellen sitzen.

Auch das ist per Zufall vollkommen ausgeschlossen! Die Annahme, dass Entwicklung zufällig möglich sei, ist die absurdeste Idee, die der Verstand jemals hervorgebracht hat und sie weckt Assoziationen zum Märchen "Des Kaisers neue Kleider".

Immer wieder wird argumentiert: "Aber mir hat schon oft der Zufall bei Entwicklungen geholfen." Damit ist gemeint, dass ein scheinbar zufälliges Ereignis eine Entwicklung vorangebracht hat. Mit einer rein zufälligen Entwicklung hat das aber gar nichts zu tun, denn

  1. der Mensch ist nicht in der Lage festzustellen, ob Ereignisse tatsächlich zufällig eintraten und
  2. der Mensch als absichtlich handelndes Wesen hat erkannt, dass das (scheinbar zufällige) Ereignis eine Relevanz für seine Entwicklung hat und es dann aktiv in seine Entwicklung integriert.

Jeder Mensch kann in seinem eigenen Leben Beispiele dafür finden, wie der Körper auf das Streben nach Entwicklung unterstützend reagiert, z.B.

  • wie sich durch Krafttraining Muskeln aufbauen, die mehr Kraft erzeugen,
  • wie sich bei verstärkter Beanspruchung der Hände Hornhaut bildet, welche die Haut widerstandsfähiger macht.

Warum sollten genetische Weiterentwicklungen nicht auf die gleiche Weise entstehen? Körperliche Veränderungen, die aus Verhalten entstehen, werden als "erworbene Merkmale" bezeichnet. Weil Beispiele wie Muskelaufbau und Hornhautbildung keine genetische Veränderung bedeuten, schlussfolgert die Wissenschaft, dass erworbene Merkmale ganz generell nichts mit genetischen Veränderungen zu tun haben. Aber auch hierbei handelt es sich um eine unzulässige Schlussfolgerung und ein weiteres Beispiel dafür, wie der Verstand seine Illusionen aufbaut und sich selbst austrickst. Dass es erworbene Merkmale ohne genetische Relevanz gibt, bedeutet nicht zwangsläufig, dass erworbene Merkmale niemals mit genetischen Veränderungen im Zusammenhang stehen können. Vielleicht gehen Muskelaufbau und Hornhautbildung auch einfach nur nicht weit genug, um eine genetische Veränderung zu erfordern.

Eine positive genetische Entwicklung steht mit körperlichen Veränderungen im Zusammenhang, die als erstrebenswert und nützlich empfunden werden, weil sie das Erreichen neuer Zustände ermöglichen. Natürlich werden sie als erstrebenswert und nützlich empfunden, weil das Lebewesen, sie sonst mit seinem Verhalten nicht nutzen würde. Man stelle sich nur mal vor, der Körper verändert sich zufällig genetisch und das Lebewesen nutzt die Veränderung aber mit seinem Verhalten nicht, weil es keinen Bock drauf hat. Der Körper einer Primatenart, verändert sich zufällig so, dass aufrechtes Gehen möglich wird, aber die Primaten wollen lieber weiter auf allen Vieren herumspazieren oder sie merken gar nicht, dass sie plötzlich aufrecht gehen können und verpassen das tolle Geschenk des Zufalls. So etwas würde ja passieren, wenn es zufällig geschieht. Es geschieht aber nicht, weil das Verhalten zuerst da war!

  1. Eine körperliche Entwicklung ermöglicht Verhalten, das schon vorher als Bedürfnis existiert hat.
  2. Der Körper entwickelt sich, weil das Verhalten immer wieder versucht, bestimmte als erstrebenswert empfundene Zustände zu erreichen.

Es existiert zuerst als Bedürfnis. Das Bedürfnis beeinflusst das Verhalten und daraus folgt die körperliche Entwicklung.

Es hatte für die Primaten Vorteile, aufrecht zu gehen. Sie hatten ein Bedürfnis, aufrecht zugehen. Deshalb versuchten sie es immer und immer wieder, auch wenn es am Anfang nicht gut funktionierte und mühsam war. Das erst führte zur Weiterentwicklung des Körpers.

Natürlich ist diese Behauptung nicht im wissenschaftlichen Sinne beweisbar. Aber das ist kein Defizit der Behauptung, sondern ein Defizit der Wissenschaft als Erkenntnismethode. Die Wissenschaft kann nämlich genauso wenig beweisen, dass diese Behauptung falsch ist. Und dennoch weist sie sie als unwissenschaftlich zurück. Die Wissenschaft weist diese Behauptung zurück, weil sie mit ihren Grundannahmen nicht vereinbar ist. Dabei kann sie auch nicht beweisen, dass ihre Evolutionstheorie richtig ist.

Zusammengefasst ist es so:

  • Ja, es gibt zufällige Mutationen.
  • Ja, es gibt natürliche Selektion.
  • Nein, die für die Entwicklung verantwortlichen Mutationen entstehen nicht zufällig, sondern sie folgen dem Verhalten, das bereits vor der körperlichen Veränderung angestrebt hat, was die körperliche Veränderung dann ermöglichte.

Der Verstand kann den Zusammenhang zwischen Verhalten und körperlicher Entwicklung mit seinem gegenwärtigen Weltbild nicht erklären. Deshalb klammert er sich an das, was er erklären kann, auch wenn er dafür die Logik verbiegen muss.

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